Das NIZ ist ausgewählter Ort

Kranichforschung

Um Kraniche effektiver Schützen zu können, muss ihr Verhalten genau erforscht werden. Denn auch wenn diese Tiere in fast allen europäischen Staaten als Brut- oder Zugvögel oder als Überweinterungsgäste vorkommen: Es ist noch recht wenig über sie bekannt. Die vorhandenen Wissenslücken sollen mit Farbmarkierungen und Signalsendern geschlossen werden.

Meist werden Jungtiere beringt, die noch nicht flügge sind. Die Farbe der Ringe am linken Bein zeigt an, in welchem Land der Kraniche beringt wurde, wobei die Farbe Blau für Deutschland steht. Am Rechten Bein wird aus drei Ringen ein Individualcode angebracht, anhand dessen das Tier eindeutig zu erkennen ist. Hier dürfen keine zwei Ringe der gleichen Farbe direkt übereinander angebracht werden. Mögliche Farben der Individualkennung sind Weiß, Gelb, Rot, Grün, Blau und Schwarz.

In seltenen Fällen werden auch Altvögel beringt, die während ihrer Mauser rund fünf Wochen flugunfähig sind und deswegen gefangen werden können.

Beringungsprojekte leben von den Rückmeldungen von Naturbeobachtern. Daher möchten wir Sie bitten, Ihre Beobachtungen an das Kranich-Informationszentrum zu melden. Die Ringablesung erfolgt von oben nach unten.

Mit Hilfe von Sendern wird das Verhalten von Kranichen untersucht... (Foto: Dirks) Mit Hilfe von Sendern wird das Verhalten von Kranichen untersucht... (Foto: Dirks) (Ein weiteres Bild in der Galerie)

In diesem Zusammenhang sind möglichst ausführliche Informationen wünscht. Beispielsweise das Datum und der Ort der Beobachtung; das Alter (adult, immatur, juvenil) der Kraniche und die Truppgröße; die Nahrungsflächenart, das Verhalten, Vogelwartenring (Alu, befindet sich über dem „Fuß“, rechts oder links), sozialer Status (Jungvogel mit Eltern und Geschwistern, unverpaart, verpaart, mit Jungen, ...).

Meldungen von ziehenden Kranichen werden ebenfalls im Kranich-Informationszentrum gesammelt, um zeitliche oder räumliche Veränderungen des Zuggeschehens festzustellen. Hierzu sind möglichst ausführliche Informationen wünschenswert, beispielsweise zu Truppgröße, Ort, Datum, Wetter, Zugrichtung, Verhalten und Zughöhe erwünscht.

Ihre Zugbeobachtungen können Sie dem Zentrum auch über das Zug-Erfassungs-Formblatt online senden.

Hightech-Forschung: "Kranich-Telemetrie"

Ist ein Kranich mit mehr als drei Kilogramm Körpergewicht stark genug, bekommt neben den farbigen Beinringen auch einen Sender angelegt. Dieser ist 65 Gramm leicht, wird auf dem Rücken befestigt und hält drei bis vier Jahre. Auf einer eigenen Frequenz zwischen 148 und 149 Megahertz sendet er alle anderthalb Sekunden einen Impuls aus. Mit einem speziellen Empfänger oder einem Amateurfunkgerät kann man den Kranich so aus aus bis zu sieben Kilometern Entfernung anpeilen.

Besitzer der entsprechenden Empfänger (zum Beispiel Ornithologen) und Funkamateure finden hier die genauen Frequenzen. Bitte melden Sie ihre Peilungen an das Kranich-Informationszentrum.

Mit Hilfe dieser Telemetriedaten wird erforscht, wie groß ein Revier für eine erfolgreiche Aufzucht sein muss, welche Nahrungsflächen Kranichfamilien bevorzugen, wie diese Flächen strukturiert sein müssen und welchen Einfluss Störungen haben.

Finanziert wird die Kranich-Telemetrie aus Spenden. Paten geben einmalig 300 Euro, können dafür den Namen des besenderten Tieres auswählen und erhalten zwei Mal pro Jahr einen Lebenslauf "ihres" Kranichs. Das Naturschutz- und Informationszentrum Goldenstedt hat einen Sender gesponsort. "KraNIZ" sendet auf 148,274 MHz. Allerdings handelt es sich dabei um ein Tier aus Estland, das nicht über die Route, die über die Diepholzer Moorniederung führt, nach Spanien fliegt.

Wenn Sie die Besenderung eines Kranichs und die Erforschung dieser majestätischen Vögel unterstützen wollen, können Sie dies über kraniche.de tun oder bei seinem Besuch im NIZ spenden. Wir wollen mit dem Geld im kommenden Jahr die Besenderung von Kranichen in der Diepholzer Moorniederung unterstützen.